Der historische Architektur des "Güntzpalast"

Das Studentenwohnheim weist eine eindrucksvoll ruhig und klar gegliederte Fassade auf - bestehend aus rasterförmig zusammengesetzten Elementen und vertikaler Betonung, eines der frühen Beispiele der Nachkriegsmoderne in Dresden.

Unsymmetrisch setzte der Architekt Prof. Rauda in die linke Hälfte den Eingang mit einem kleinen, auf schmalen Stützen aufliegenden Flugdach. Zur Güntzstraße hin präsentiert sich das Gebäude eher traditionell.

Gegliedert wird die Fassade mit leichten Vor- und Rücksprüngen sowie zwei Erkern. Besonderes Augenmerk gilt den feinen relief-plastischen Sandsteinarbeiten, die ganz im klassischen Formenkanon ruhen.

Geschmückt wird die südliche Rasterfassade von elf Reliefs zur Geschichte Dresdens – „das letzte Werk von Prof. Reinhold Langner, Januar 1957“, heißt es auf einer Tafel. Auch hier ist noch ganz klar der Wunsch ablesbar, eine fest in der Dresdner Bautradition verwurzelte Synthese von Kunst und Architektur miteinander zu verbinden.

Vor dem Eingang erhebt sich die Sandsteinplastik „Flugwille des Menschen“, entworfen 1956 von Max Lachnit, Bruder des Dresdner Malers Wilhelm Lachnit. Beachtenswert ist auch die nierentischartig geschwungene Form des dreieckigen Wasserbeckens - ganz im Stil der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts.